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Das Leben mit mir an meiner Seite

Aus dem Leben eines Clowns und Träumers...eben eines ernsthaften Spinners.


Berichte über den ganz normalen Wahnsinn des Lebens. Vieleicht etwas ausführlicher wie es sonst üblich zu sein scheint. Aber ich bin nunmal kein lebloses Wesen und meine eben, dass man den Mensch dahinter schon noch erkennen sollte.
Noch mehr zu mir? Baujahr 1977, Anzahl der Vorbesitzer:? (10?) gepflegt
Sonderausstattung? flexibel, verheiratet, wahnsinnig, humorvoll, pflegeleicht, rasiert, stubenrein...
Alle angaben ohne Gewähr...



Verfasst am 25.07.2006 20:17:34 Uhr
Wo ist die gnadenlose Offenheit geblieben?
Gute Frage und gar nicht so einfach zu beantworten. Vieleicht ist mir gar nicht aufgefallen, dass meine Offenheit vieleicht zu einseitig gewesen ist. Ich gebs zwar nur sehr ungern zu aber ja Babarella... meine Fehler aber nur die, die mich persönlich betroffen haben, die hab ich definitiv verschwiegen. Fehler die Offensichtlich waren hab ich aber immer gern eingestanden... Meine vieleicht manchmal innerlich nicht so guten Gefühle... Verdrängt, kurze Zeit später vergessen und am Ende verschwiegen...

Ist mir jahrelang aber wirklich nicht aufgefallen, teils waren diese Dinge auch gar nicht bewusst... Keine Ahnung ob das "normal" ist?
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Verfasst am 18.07.2006 17:25:59 Uhr
Frage des Tages : "Gibt es noch romantische Beziehungen?"
Auf dieser "romantischen" Schiene war ich auch einmal... Gibts die aber wirklich?
Besispiele aus meinem Freundeskreis:
6x die in etwa die gleiche Aussage zu meiner Frage, was eine gute Beziehung ausmacht:

1.) Sich streiten können, damit die Beziehung nicht zu langweilig wird (und damit sind nicht die großen Dinge gemeint, sondern vor allem Kleinigkeiten).

2.) Klare Regeln (z.T. soweit, dass es Arbeistpläne für den Haushalt gibt, damit alles "gerecht" verteilt ist.)

3.) Das Loslassen (Am besten jeder ein anderes Hobby, damit jeder regelmäßig seine Auszeit vom anderen bekommt, ersatzweise getrennte Urlaube)

4.) Liebe (mich hat es überrascht, dass die so spät kam)

5.) Klare Rollenverteilung (einer muss die Entscheidungen tragen und sich durchsetzen am Ende eines Streites, dabei scheint der Sieger meistens zu 90% festzustehen...komischerweise sind die dominanten Partner meistens die Frauen)

6.) Ähnliche Vorstellungen in der Sexualität bzw. auch eine gewisse Regelmäßigkeit
(hat mich auch gewundert, also wird dieser Punkt wohl oft überbewertet)

Was mich hier an den 6 Punkten irritiert? Nirgends ist eine Neugier festzustellen. Wenn man danach fragt bekommt man zu hören: "Wir kennen uns doch schon in und auswendig und überhaupt wie hätte man sich sonst für ein Zusammenleben entscheiden können, wenn man sich nicht gut genug kennt?"

Bei mir hätten die Punkte definitiv von der Reihenfolge anders ausgesehen und manche hätten sich wohl auch ins Gegenteil verkehrt. Aber anscheinend ist das nicht die "normale" Beziehung, da ich genau diese Punkte da oben sehr oft auch bei meinen Kollegen wiedererkenne und niemand eigentlich meine Ansicht versteht. Außenstehende sehen meine Ehe als absolute Ausnahme an. Wir machen alles zusammen, haben uns noch nie ernstahft gestritten, Harmoniebedürfnis, gut bedingt durch mein chaotisches Wesen, schlägt mir meine Frau auch nie einen Wunsch ab, die klare Rollenverteilung ist aber dennoch da. Das letzte Wort habe komischerweise ich, obwohl sie sich um fast alles kümmert und dies auch was noch seltsamer ist auch noch Spass macht. Mehr als 2 Tage mal nicht sehen. Fast unvorstellbar für uns beide. Für mich nur ab und an gut, wenn ich mal ein Tief habe und das zeig ich ja nicht so gerne. Offenheit? Leider Fehlanzeige und einseitig von meiner Seite, weil ich meine Probleme lieber für mich behalte um keine Schwäche zu zeigen...kann ich noch nicht mal vor meiner Frau. ist aber mein Fehler... meine Frau sagt zwar nichts dazu aber insgeheim, glaub ich stört sie das doch...

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Verfasst am 17.07.2006 13:26:26 Uhr
Ein Wochenende mit neuen Erkenntnissen - Das Strandvolleyballturnier-
Hej ich war am WE fast "beschwerdefrei". Ich bin am Freitag zu einem Strandvolleyballturnier auf einem Zeltplatz gefahren. Dort haben sich dann auch Freunde von mir eingefunden, mit denen ich immer zusammen einen Mannschaft stelle. Selber spielen tue ich da aber nicht. Mieme da dann immer den "Teammanager". Ist eben der richtige "Job" für einen kleinen Chaoten, dem man dann auch noch unterstellt immer Losglück zu haben und der notfalls in der Lage ist durch sein großes Mundwerk auch die Interessen der Mannschaft durchzusetzen. Nun ja das Losglück war uns mal wieder holt, dem zu Folge die Stimmung unter meinen Freunden die spielten auch und schon war die Hauptaufgabe erfüllt. Kurze Einsätze, die das wesentliche klären. Genau das richtige für mich als Teil des Teams...

Freitag vor der Abfahrt zum über 300km entferneten Ziel, hatte ich allerdings so meine Probleme mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Zu viele Gedanken haben sich um das WE gedreht. Letztlich bin ich bis auf 2-3 kleinere Dinge zu nichts gekommen. Habe wieder tausend Sachen begonnen, verschoben, verworfen usw. Es hat mich zwar in diesem Moment angekotzt aber irgendwie habe ich es wohl verdrängt. Kam eben alles erst heute morgen wieder hoch als ich aufgewacht bin und wie jeden Montag wieder enorme Schwierigkeiten hatte mich durchzuringen überhaupt auf Arbeit zu gehen.

Ab Freitagnachmittag war dann alles OK. Gut ich hasse es eigentlich ein Zelt aufzubauen usw. aber irgendwie musste ich da nun durch, weil meine Frau nicht mit war. Wenig strukturiert alles und am Ende fehlte der Stoffsack für das Gestänge. Der ist auch nie mehr aufgetaucht am WE und ich hab wirklich keine Ahnung wo ich den hingelegt haben könnte. Das einzige was mir wieder aufgefallen ist, dass ich recht planlos an die Sache herangegangen bin. Hatte angefangen das Zelt aufzubauen, als das Grundgerüst stand brauchte ich ersteinmal eine Pause... Nach nur 10 Minuten... Eine halbe Stunde später hatte ich es dann aber gepackt. Auch wenn ich mich wirklich dazu durchringen musste. Da meine Freunde genau dies von mir kennen, helfen sie mir auch nicht beim Aufbau. Das Verständnis für mich haben sie da irgendwie verloren. Das Zelt stand nun endlich. Luftmatratze, Schlafsack, Lampe, Kabelrolle. Am Ende bin ich dann für jedes Stück einzeln vom Auto zum Zelt gelaufen anstatt alles gleich mitzunehmen, was durchaus möglich gewesen wäre. Ich hab wieder angefangen mich zu ärgern aber als dann alles Stand, war ich sogar etwas stolz auf mich und hab mich gefreut es alleine gepackt zu haben auch wenn es nicht leicht war. Also hatte ich mir eine Pause auch verdient und ich brauchte kein schlechtes Gewissen zu haben.

Samstag wurde alles besser: Gut, da ich mein allmorgendliches und abendliches Ritual auf einem Zeltplatz nicht durchführen konnte, habe ich halt vergessen mir die Zähne zu putzen. Ist mir aber erst am Sonntag aufgefallen. Ansonsten ging alles und ich hatte nur Probleme, mich auf den Spielstand während des Turniers zu konzentrieren. 3x war ich eben als Schreiber eingeteilt, weil mir zum Schiedsrichter wirklich die Konzentrazion fehlt über eine längere Zeit. Habe mich da ab und an von den jodelnden Zuschauern ablenken lassen und musste mich beim Schiri erkundigen, für wen der Punkt den nun war. Vieleicht habe ich den einen oder anderen um einen Punkt unbewusst beschissen aber das scheint nicht wesentlich zu gewesen zu sein, da sich niemand beschwert hatte. Ich hab mir dann damit geholfen, die Punktstände nach jedem Punkt laut anzusagen. Die meisten anderen Schreiber hatten das nicht getan aber anscheinend gefiel es vor allem den Zuschauern, die sich nach mehreren Bieren wohl noch weniger auf das Spiel konzentrieren konnten als ich und ganz froh darüber waren nun zu wissen wer denn vorne lag.

Am Ende sind wir dann sogar 4. geworden. Ich war zwar nach jedem Spiel als Schreiber recht fertig aber dann gab es genug Ablenkung wenn meine eigene Truppe speilte. Von 10Uhr morgens bis 17:30 Uhr während des Turniers hatte ich vieleicht nur 10 Dinge vergessen. Wollte zum Auto um mir Sachen zu holen und stand eben doch wieder vor meinem Zelt usw. Ein paar mal hatte ich einen Weg mehr... z.B. Das nächste Spiel meiner Mannschaft stand unmittelbar bevor. Ich musste eben als erster Richtung Feld zum Hauptschiedsrichtertisch, meine Truppe trabte dann schon aufs Feld und was hatte ich wieder vergessen? Das Wasser (wegen der Hitze undabdingbar) für die Jungs und musste eben nochmal zum Zelt. Eigentlich immer das selbe Ritual aber vor jedem Spiel vergaß ich es und musste nochmal los. Mal gut, dass wir nur 30 Meter weit weg gezeltet hatten...Sonst hätte es mich sicher mehr aufgeregt. Aber ansonsten war alles OK.

Nach dem Turnier: Nun wollte ich endlich auch mal baden. Und wieder der falsche Weg. Wieder stand ich vorm Zelt und musste eigentlich zum Auto, wo sich meine Tasche befand. Dann hatte ich die Badehose zwar schon auf meinem Campingstuhl platziert aber irgendwie kam ich nicht zum umziehen. Erst als mich ein Freund dann ansprach ob ich keine Lust mehr hätte, fiel mir wieder ein was ich machen wollte. Ich dachte mir jedoch, egal ansonsten lief es doch recht prima heute.

Der Abend: Siegerehrung auf der Veranda der Campingklause. Wir saßen alle an einem Tisch und zum erstenmal wollte ich mich darauf konzentrieren meine Freunde nicht zu unterbrechen oder ihnen ins Wort zu fallen. Das ging eine Weile gut aber dann habe ich mich doch wieder dabei ertappt. Später als wir noch in einer gemütlichen Runde vor unseren Zelten saßen, ist es mir dann noch häufiger aufgefallen. Ich hab mich dann immer gefragt: "Warum hast Du das jetzt getan?" Z.B. plötzlich versucht das Thema zu wechseln... Mittlerweile mache ich das so perfide, dass ich nicht mich in den Vordergrund rücke, sonderen einfach den anderen etwas Frage, was mich eventuell jetzt in dem Moment interessiert. Somit behält mein Gegenüber zumindest das Gefühl, dass ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke. Das habe ich aber erst mit der Zeit gelernt und wohl so verinnerlicht, dass es nun automatisch passiert. Ich fahre zumindest damit besser als früher.
Aber immer wieder wenn es mir passierte, war die Antwort recht einfach: Ich war schnell gelangweilt oder war nicht mehr bei der Sache, weil die Ausführungen nach meinem Geschmack zu lang waren. Was eigentlich seltsam anmutet, wenn man bedenkt, dass die meisten meiner Freunde eher ruhige Artgenossen sind, denen man meistens alles aus der Nase ziehen muss. Ich hab mich dann immer wieder geärgert über mich selbst, konnte es dennoch in den meisten Fällen nicht verhindern, dass es mir wieder passierte.

Beim Frühstück: Alle sitzen am Tisch und ich merke peinlich berührt, dass ich mal wieder der einzige bin, der mit seinem Brötchen am Tisch steht. Ich setze mich und ertappe mich kurze Zeit später wieder dabei zu stehen. Mir sind früher solche Details nie aufgefallen und anscheinend fällt meinen Freunden das auch nicht mehr auf...vieleicht kennen die mich einfach nur nicht anders und es ist für sie völlig normal eben...

Dann das beste!!!: Die Rückfahrt. Ich hab mich glaub ich noch nie so wohl gefühlt. Ich liebe das Autofahren und erst recht in Ecken, die ich noch nicht so gut kenne. Ich habe dann auch einen andere nur unwesentlich längere Strecke gewählt und war einfach nur glücklich. Meiner Frau hatte ich zwar gesagt, dass wenn ich sie aufsammle (Sie war nur 80km weiter weg bei ihren Eltern), ich sicher etwas mitessen werde und war dann doch bei einer Fastfoodkette zwischendurch gelandet. Wenn etwas neu und interessant ist, bin ich der glücklichste Mensch auf der Erde. Das Hochgefühl hatte sich dann auch erst gegen Mittag gelegt.

Ich saß draußen mit meinen Schwiegereltern. Meine Frau hatte sogar schon ihre Sachen gepackt, weil sie eben schon weiß, dass ich es mit dem Warten nicht so habe, wenn ich plötzlich dann sehr spontan weiter will. Ich hatte nach 5 Minuten schon genug vom herumsitzen und erzählen mit der Verwandschaft, so dass ich sagte, dass wir nicht bis zum Essen bleiben werden, wegen des schönen Wetters. Meine Frau zieht da wenigstens mit auch wenn sie da meistens nicht vorher gefragt wird. Ausrede: "Schönes Wetter und wir fahren über den Harz zuürck und vieleicht kann man da noch was unternehmen." Man hat es wohl verstanden und so gab es keinen Ärger. Ich war aber wieder getrieben und hatte nur noch ein Ziel...Schön im Auto mit meiner Frau durch den Harz zu fahren nur nicht rumsitzen. Letztlich sind wir dann auch über den Harz gefahren und direkt weiter nach Hause. Die Strecke ist halt viele schöner als über die Autobahn und so hatte sich die Entscheidung auch irgendwo rentiert.

Zu Hause war ich dann zu kaputt und bin auch schnell eingeschlafen am Nachmittag. Danach war ich zumindest bis zum Abend wieder fit auch wenn ich Schwierigkeiten hatte am Abend dem jedoch interessanten Film im Fernsehen jederzeit zu folgen. Typische Ablenkung... Meine Frau etwas necken oder irgendwelchen lustigen nonsens verzapfen und nach wenigen Augenblicken bin ich wieder bei der Sache... Funktioniert bei einem Film ca. 3 - 5mal. Ich glaub der Schlüssel ist, dass ich eben mindestens 3 mal zwischendurch nicht auf den Fernseher zu starren brauch. Ich bin dann schnell wieder eingeschlafen gegen 23 Uhr und heute morgen wie gerädert aufgewacht. Trotz 8 Stunden Schlaf war ich mal wieder völlig am Ende. Passiert mir meistens Montags aber auch sonst immer mal wieder unter der Woche. Sehr selten am Wochenende.

Rundherum einmal ein bewusst erlebtes Wochenende, was mir deutlich gemacht hat, was eigentlich nicht so läuft und ab und an auch wie Außenstehende mit mir umgehen. Meine Frau z.B. hat sich größtenteils auf mich eingestellt. Bereitet eben auch viele Dinge vor, gleicht meine Schwächen im Alltag etwas aus auch wenn das für sie heißt, sehr viele Dinge für mich zu regeln und sehr oft recht alleine dazustehen. Dieser Umstand tut mir sehr oft leid, weil sie eigentlich fast immer zu kurz kommt dadurch.

Meine Freunde: Ich glaube sie kennen mich nicht anders und somit tollerieren sie bei mir Dinge, die sie bei anderen total annerven würden. Da man mit mir am besten auf einer spassigen Ebene umgehen kann, tun sie das auch. Humor kann ja nie schaden. Ernsthaft zumindest hat man mich nicht auf irgendwelche Dinge hingewiesen.
Z.B. Zeltaufbau... "...brauchst gar nicht wieder Deinen hilflosen Blick anwenden... der funktioniert nur bei Deiner Frau... bau mal schön selber auf, schließlich werden wir ja nicht "abends" für alles entschädigt..." Da hat dann aber auch kein "...na wenn es nur daran liegt, bin ich verhandlungswillig..." mehr geholfen... Alle haben dann wie immer gelacht und ich wusste, ich habe heute keine Chance, dass mir jemand bei einer eigentlich einfachen Sache helfen wird. Komischerweise finde ich mich mit der witzigen Kritik eher ab als wenn man mir die Dinge ernst unter die Nase gerieben hat. Ich glaub das Lachen auch über mich selbst, bringt einen Zehntelpunkt an Motivation um überhaupt dann etwas selber machen zu können. Liegt vieleicht daran, dass ich während der langweiligen Sache mit dem Zeltaufbau anfangs immer noch mit den gedanken bei der lustigen Auseinandersetzung bin. Das vergeht aber leider sehr schnell.... Zu schnell irgendwie...

Im großen und ganzen war ich dennoch zufrieden mit dem Wochenende weil ich ab und an mich zwingen konnte, etwas durchzusziehen auch wenn es keinen Spass machte. Egal wie grausam das für mich dann auch war. Es geht auch wenn es unheimlich viel Kraft kostet.
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Verfasst am 14.07.2006 12:57:34 Uhr
Zwei chaotische Tage mit mir...
Meine Frau meint ich solle mich untersuchen lassen nur bin ich nicht wirklich entschlossen dazu oder vieleicht habe ich auch nur Angst vor irgendeiner Diagnose. Ich hab keine Ahnung ob ich überhaupt sowas wie ADS habe oder einfach nur ab und an chaotisch bin. Vieleicht hilft mir die Aufzeichnung eines ganz "normalen" Tages dabei weiter.

7:30 Uhr der Wecker klingelt. Ich stehe auf und meine ersten Gedanken drehen sich darum was ich mal wieder alles am letzten Tag liegen gelassen habe an Arbeit in der Firma. Wieder sage ich mir: "Heute packst Du es an und schon verschwindet der Berg und Du fühlst Dich besser". Dennoch fällt mir das aufstehen wie immer sehr schwer. Ich versuche mich auf mein allmorgendlich wiederkehrendes Ritual zu konzentrieren um nichts zu vergessen.
-morgendlicher Toilettengang,
-dann erst einmal in die Küche um eine zu rauchen,
-wieder zurück in unser kleines Badezimmer
-Zähneputzen,
-dann Duschen,
-dann Haarewaschen
-dann einparfümieren
Ja sollte es zumindest vom Ablauf her sein. Bis zum rauchen in der Küche funktioniert alles wunderbar. Ich werde munter und weil ich nichts anderes zu tun habe während ich rauche träume ich vor mich hin und spiele eine Situation im Kopf durch (Ein schwieriges Meeting vor dem ich eigentlich Angst habe). Ich gehe ins Badezimmer immer noch träumend und stelle die Dusche an, merke sogar noch, dass ich vom Weg abweiche und sage mir: na dann gibts das Zähneputzen eben danach, weil das warme Wasser schon läuft.

Unter der Dusche fallen mir wieder die noch zu erledigenden Dinge ein. Duschen ist langweilig und ich muss mich jeden morgen sehr dazu durchringen... ich ärgere mich und wieder sage ich mir, du musst einfach dich um die Dinge kümmern. Haarewaschen ist nicht weniger langweilig und ich beschließe im Spiegel nachzuschauen ob es wirklich schon notwendig ist und sage mir "mmhhh so schlimm sehe ich noch gar nicht aus, da etwas Wasser drauf damit die Haare liegen und für heute kommst du drum herum."

Gesagt getan und schon bin ich aus dem badezimmer verschwunden. Noch eine rauchen in der Küche, weil das ankleiden eigentlich auch langweilig ist. Nach dem Rauchen ins Ankleidezimmer und zappelig hin und herlaufend ziehe ich mich an. Nebenbei schon die nächste Planung: "Meine Uhr, mein Ehering, Handy, Schlüssel, die Stechkarte, müsste alles auf dem Küchentisch liegen... nur nichts vergessen." Endlich angezogen geht es nun zuürck in die Küche. Mist... die Uhr zum Anzug ist nicht da wo sie liegen sollte. Vieleicht im Schlafzimmer. Ich ärgere mich, weil ich sie nicht da abgelegt habe wo ich sie wiederfinde. Sie liegt aber dann doch im Schlafzimmer. Wieder die Gedanken "Mensch du musst dich wirklich besser konzentrieren".

Zurück in die Küche, ein Blick auf die Uhr...der Schreck... schon wieder soviel Zeit vertrödelt. Ich packe hektisch die Sachen zusammen. Die Scheckliste läuft vor mir ab. Aktentasche, Handy, Uhr, Ehering, Autoschlüssel, Wohnungsschlüssel... Stelle erleichtert fest, dass alles da ist. Ich verlasse unsere Wohnung (4.Etage) und bin bereits schon vor der Haustür als ich merke, dass ich vergessen habe mir die Zähne zu putzen. Ich denke mir "Na super, der Tag beginnt ja schon wieder toll." und ärgere mich wieder. Laufe die Strasse gedankenverloren entlang als ich aus den Gedanken gerissen werde. Wo steht eigentlich dein Auto? Ich kann mich nicht erinnern wo ich es gestern abgestellt habe. So viele Optionen gibt es nicht, denke ich mir. Unsere Starsse ist eine Einbahnstrasse. Denke da habe ich nicht geparkt. Kann mich schwach erinnern, doch ein paar Meter gelaufen zu sein gestern. Am einfachsten wird es sein sich mitten auf die T-Kreuzung (sind Nebenstrassen ohne viel Verkehr) zu stellen und in alle Richtungen zu schauen. Irgendwo wird es schons stehen. Ah am Ende der Strasse steht es.

Wundere mich, weil ich mich echt nicht erinnern kann es da abgestellet zu ahben, erinnere mich aber wieder an die Gedanken die ich gestern auf dem Nachhauseweg hatte. Wollte irgendwie so schnell wie möglich vor den Rechner und habe schon einmal durchgeplant was ich machen möchte. Am Ende als ich dann in der Wohnung war hatte ich den Fernseher angestellt und hatte keine Lust mehr auf den Computer. Immer das selbe.
Ich fahre mit diesen Gedanken los in Richtung Firma. Ich bin fast da als der Griff zu meiner Brusttasche mir mitteilt, dass ich die Stechkarte vergessen habe. Also wird nichts aus dem parken innerhalb der Firma und ich muss wenden und mir einen Parkplatz etwas weiter weg suchen. Wieder ärgere ich mich wie ich so schusselig sein kann und stelle mir schon vor wie langweilig der Fussmarsch werden wird und ich doch eh schon recht spät dran bin.

Ich komme in der Firma an und betrete mein Büro. Ich sehe die Umzugskartoons, die schon seit 2 Wochen da stehen und zu denen ich mich noch nicht durchringen konnte. Die Akten brauch ich ja jetzt noch nicht...kann ich auch später machen, denke ich mir. Sie bleiben also stehen. Ich mache meinen rechner an. Im Outlook stappeln sich die Erinnerungen unerledigter Dinge. Ich schaue sie mir kurz durch und setze überall die Erinnerung auf den nächsten Tag. Wie ich Routinearbeiten hasse...

Dennoch gehen sie mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Es kommen Anrufe und ich freue mich, dass ich ein paar Dinge gleich so klären kann oder zumindest nicht zu lange damit beschäftigt sein werde. Aufwendigere Dinge lasse ich liegen. Wieder Kollegen die Fragen wo Ihre Unterlagen bleiben. Ich vertröstete sie mit irgendwelchen Ausreden, mache das aber auf eine spassige Art, damit sie mir nicht böse sind. Immer wenn ich aufgelegt habe, quält mich das schlechte Gewissen.

Plötzlich ist es Mittag... mir fällt ein, dass ich noch nicht gegessen habe. Irgendwie muss ich das Frühstück vergessen haben. Ich beschließe mir ersteinmal was zu trinken zu holen und vieleicht gleich noch Zigaretten. Sind ja nur zwei Etagen. Immer der selbe Weg. Eigentlich ahbe ich keine Lust aber ich habe ja durst. Ich ringe mich durch und laufe los. Mir fallen wieder eine Menge Dinge ein die ich noch zu erledigen habe und um die ich mich kümmern will. Ich kehre zurück in mein Büro und stelle fest, dass ich die Zigaretten vergessen habe. Ich ärgere mich darüber und mache auf dem Absatz kehrt. Wieder 2 Etagen da hoch. Noch immer ärgere ich mich. Ich laufe zum Getränkeautomaten und bemerke gerade noch, dass ich eigentlich Zigaretten wollte. Ich schüttle den Kopf und sage mir "du musst dich besser konzentrieren." So geht der Arbeitstag zu Ende, während ich mich dauernd dabei erwische mit meinen Füßen rumzuzappeln, es nervt mich an das nicht unter Kontrolle zu haben.

Wenig später sitze ich im Auto auf der Fahrt nach Hause. Ich überlege was ich am Wochenende machen will. Ich habe eine menge Ideen. Vieleicht einen Ausflug irgendwohin...zu Hause sitzen halte ich eh nicht aus. Wie immer stelle ich das Auto irgendwo ab und freue mich unterschwellig so schnell einen Parkplatz gefunden zu haben und auch noch direkt vor der Haustür. Morgen werde ich ihn also nicht suchen müssen. Ich freue mich darüber ihn endlich mal wieder bewusst irgendwo geparkt zu haben.

Ich schließe die Wohnungstür auf anchdem ich mir im Treppenhaus eingetrichtert hatte, alle Dinge an seinen richtigen Platz zu legen. Ich schließe die Tür auf und bin überrascht, dass meine Frau schon zu Hause ist. Ich freue mich. Die Autoschlüssel und die Wohnungsschlüssel packe ich auf den Küchentisch und die Aktentasche auch. So jetzt erst einmal meine Frau begrüssen. Ich gehe ins Wohnzimmer, während ich meine Uhr und meinen Ring abnehme und irgendwie wohl nebenbei auf den Couchtisch lege. In dem Moment fällt mir das nicht auf, weil ich ja meine Frau sehe und begrüsse. Ich erzähle ihr von meinen Ideen was wir am Wochenende vieleicht machen könnten und wofür ich mich extrem in dem Moment begeistern kann. Ich wende mich ab und will ersteinmal raus aus meinem Anzug. Während ich mich ausziehe laufe ich wie immer in der Wohnung herum. Meine Frau hat längst aufgegeben mich daran zu erinnern, meine Sachen in den Wäschekorb zu packen. Alles landet vorm Kleiderschrank, während ich immer wieder halb ausgezogen im Wohnzimmer auftauche und mit meiner Frau rede.

Ich habe Hunger. Was soll es zu essen geben? Ich entschließe mich ausnahmsweise mir mal selber etwas zu machen. Nur ein paar Brote... das geht schneller als etwas zu kochen. Kochen ist langweilig... Ich hole einen Teller, zwei Scheiben Brot, ein Messer, eine Gabel und die Butter bekomme ich auch noch unter auf dem Weg ins Wohnzimmer. Wegen der Leberwurst werde ich nochmal in die Küche müssen denke ich mir und bin mit meinem Gedanken wieder beim Wochenende. Ein Ausflug in den Harz wäre nicht schlecht...

Ich setze mich und bemerke, dass die Leberwurst ja immer noch fehlt. Wieder angenervt stehe ich auf und ärgere mich, dass ich schon wieder nicht konzentriert genug gewesen bin. Kühlschrank auf und zurck ins Wohnzimmer auf halber Strecke merke ich, dass ich die Margerine in der Hand habe. Ich lache und meine zu meiner Frau, dass sie wohl einen Vollidioten geheiratet haben muss. Sie sieht das Dilemma und schüttelt nur lächelnd den kopf...ich glaub sie weiß, dass es am besten ist wenn ich es schaffe die Schusseleien mit Humor zu nehmen. Ärgern tue ich mich dennoch kurz darüber aber wenigstens grübbele ich nicht weiter. Wir wollen am nächsten tag früh raus und so verspreche ich früh ins Bett zu gehen um morgen für den Ausflug fit zu sein. 9 Uhr aufstehen und heute nicht später als 24 Uhr ins Bett heißt das Ziel.

Wir schauen Fernsehen. Meine Frau hat sich damit abgefunden, dass ich die Sendungen bestimme, die geschaut werden. Wir entscheiden uns für einen Krimi und ich freue mich darauf. Plötzlich fällt mir ein, dass ich noch dringend was am Computer machen muss. Wird nicht lange dauern. Ich verpasse die erste halbe Stunde und frage meine Frau worum es denn geht. Während des Films lenke ich mich ab und an bewusst ab und necke meine Frau. Das tut gut. Danach kann ich mich wieder auf den Film konzentrieren. Meine Frau geht nach dem Film schlafen. Ich verspreche Ihr auch so schnell wie möglich nachzukommen, weil ich noch nicht müde bin.

Ich zape wahllos durch die Kanäle, eigentlich kommt nichts gescheites, so geht das eine Stunde lang. Plötzlich eine Interessante Reportage. Die geht aber bis um eins. Ich denke mir, die Stunde weniger Schlaf wird mich schon nicht umbringen. Nach der Reportage zape ich wieder durch die Kanäle und wieder entdecke ich etwas interessantes. Es wird halb 3 und ich gehe endlich schlafen.

Seltsamer weise bin ich am nächsten morgen dennoch schon um halb acht wach. Ich stelle den Fernseher an, weil meine Frau noch schläft. Einfach wieder durch die Kanäle zapen. Ich sehe, dass es ein Testspiel Japan gegen Malta in Düsseldorf geben soll am Nachmittag. Völlig begeistert stürme ich ins Schlafzimmer und wecke meine Frau und erzähle ihr, dass ich dort gern hin will auch wenn es recht weit weg ist. Bald ist ja WM und da kann man die Japaner schon einmal sehen. Ich bin immer noch hin und weg und bin in windeseile angezogen und warte auf meine Frau. Ich habe keine Lust zu warten und laufe ungeduldig in der Wohnung um her. Meine Frau nervt das natürlich an und sie sagt es mir auch. Ich fühle mich nicht gut. Sie meint, dass wir doch eigentlich in den harz wollten. Ich höre sie nur sehr leise und freue mich weiter auf die Reise. Das warten wird immer unerträglicher und ich versichere mich zurück wie lange sie denn noch braucht. Langsam wird meine Frau ärgerlich und ich auch. Irgendwann 5 Minuten später ist sie fertig aber ich sehe ihr an, dass sie noch immer verstimmt ist wegen meiner Ungeduld.

Ich habe mittlerweile wohl mindestens 4 Zigaretten in 20 Minuten geraucht. Ich entschuldige mich und es fällt mir leicht, weil wir ja schon auf dem Sprung sind. Bis zum Auto wird sie sich beruhigt haben, denke ich. Wir fahren also los. Letztlich gefällt meiner Frau die Idee dann doch. Sie mag auch Fussball und in Düsseldorf war sie auch noch nicht. Wir müssen bei MC Donalds anhalten um etwas zu essen. Ich wie immer zwei Cheesburger aber schaue vorher ob schon welche fertig sind. Zum Warten habe ich keine Lust. Meine Frau bestellt sich wie immer einen Kaffee. Mich stört das, weil ich genau weiß, dass es eine Ewigkeit dauern wird bis der abgekühlt ist. Ich werde viele früher mit dem Essen fertig sein und dann sinnlos auf dem Stuhl hin und herzappeln...ich weiß das vorher immer schon.

Ich habe Glück. Anscheinend hat meine Frau ein Gespür dafür, wenn es für mich so langsam unerträglich wird und nachdem ich fertig bin und hin und herrutsche auf meinem Stuhl meint sie, dass sie den Kaffee auch während der Fahrt trinken kann. Ich bin dankbar und meine Stimmung geht wieder nach oben. Auf der Autobahn kann es mir nicht schnell genug gehen. Jeden der mir zu langsam ist oder der mal nicht blinkt bedenke ich mit allerlei Gesten und Beleidigungen. Meine Frau ärgert sich darüber und ich versprech mich zu bessern. Es fällt mir schwer aber ich ich schaffe es einigermassen ruhig zu bleiben. In Düsseldorf im Stadion treffe ich zwei Freunde. Ich lasse sie kaum zu Wort kommen und decke sie mit Fragen ein wenn mir irgendwas was sie mir erzählen nicht interessant genug erscheint. Meine Frau ermahnt mich danach und meint, ich solle mich das nächste mal etwas mehr zurücknehmen.

Mein Verhalten nervt mich an und bin dann totmüde und merke wie ich mich immer mal wieder nicht recht auf das Spiel konzentrieren kann. Es ist eben Mittelinteressant und die Japanischen Zuschauer machen einen Höllenlärm. Ich freu mich fast mehr an den ausgelassenen Zuschauern als über das Spiel. Auf der Rückfahrt beschliesse ich nicht zu fahren. Die Rückfahrt ist eben langweilig. Ich werde schlafen und ruckzuck werden wir zu Hause sein.

Ich habe keine Ahnung was ich davon halten soll. Bislang hat mich das alles nicht so gestört aber als ich mich gestern damit beschäftigt habe als meine Frau meinte ich solle mir mal einen Tag oder zwei raussuchen und einfach mal überlegen wie er gelaufen ist, ist mir genau das eingefallen. Ich habe das so bewusst überhaupt nicht erlebt. Ich meine ich weiss, dass ich chaotisch bin aber ich hab es eher immer als einen Charakterschäche von mir gesehen. Meine Freunde wissen, dass ich anders bin und meine Frau liebt mein spontanes Wesen.
Bislang hatte ich nur selten soziale Probleme. Gut ab und an gab es da Krisen die mir zu schaffen machten. Nicht jeder konnte mit meiner impulsiven Art umgehen und da eckt man schließlich auch mal an. Macht einem dann zwar zu schaffen aber ich versuch dann gar nicht mehr weiter drüber nachzudenken und vergesse es meistens für eine Weile. Was oll ich auch dazu sagen, ich glaub ich war als Kind auch schon nicht anders und da gabs auch immer mal wieder Probleme aber dadurch habe ich eigentlich bis vor ein paar Tagen zumindest gedacht, hätte ich gelernt zu leben. Ich habe nie darüber nachgedacht wie ich auf andere wirke. Anscheind muss ich da wohl eine volle Katastrophe sein. ADHS sag ich da nur...
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Verfasst am 11.07.2006 00:45:50 Uhr
Toll....
Jetzt bin ich das erste mal seit WOchen wieder in meinem alten weblog und schon... Hacker... wenigstens spassige... Wildecker Herzbuben sind absolut das non plus Ulra!!! Frag mich allerdings warum ich den Winamp aktualisiert habe wegen der Sicherheitslücke... hab zum Glück noch ander Player....
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